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27 Januar 19.30- 21.00 Uhr, Wolkenstein Saal, Kulturzentrum am
Münster,
Konstanz
Eintritt frei
Helge Domp und Christa Gießler
Die
Lebensgeschichte der Helge Domp“
Onderduiker
In diesem Buch geht es um eine Lebensgeschichte, die 1915
in Münster
einsetzt - und 1933 einen jähen Bruch erfährt: Helge Domp, die
jüngste Tochter eines bekannten jüdischen Musikalienhändlers aus
Münster, die gerade ihr erstes Jahr Gesangsstudium hinter sich hat,
wird
wegen ihrer jüdischen Herkunft nicht fürs zweite Jahr am Konservatorium
zugelassen. Schon wenige Wochen später verlässt sie Nazi-Deutschland, geht
entschlossen nach Amsterdam, wo sie sich in verschiedenen Stationen als
Haushaltshilfe und Kindermädchen durchschlägt, bis sie schließlich mit ihrem
Bruder Jochen zusammen in Enschede ein Geschäft eröffnet. Noch immer träumt
sie davon, eines Tages Sängerin zu werden. 1942 jedoch müssen auch sie, ihre
Eltern und ihre Schwester untertauchen – wie so viele Juden. Beinahe
drei Jahre zu viert auf engstem Raum - aber sie überleben! Jochen jedoch
kommt in Auschwitz um.
Einige Jahre nach Kriegsende macht sich Helge
erneut auf den Weg - nicht als Sängerin, der Traum ist ausgeträumt, sondern
als Geschäftsfrau im Piano-Großhandel. Sie holt die Yamaha-Marke nach Europa
und baut ein bedeutendes Unternehmen auf, das sie bis zu ihrem 70.
Lebensjahr führt. Danach Ruhestand? Von wegen! Sie hat eine Stiftung
gegründet,
reist in der Welt herum, hat sich ihre Unternehmungs- und
Entdeckungslust ebenso bewahrt wie ihre scharfe Haltung denen gegenüber, die
da meinen, man sollte es mit dem Juden-Thema nun endlich gut sein
lassen.
Das Faszinierende an dieser nun 94-jährigen Frau, die so unsagbar
Bitteres erlebt hat, ist ihr Humor und die ungebrochene Neugier, mit
denen sie sich nach wie vor auf Menschen und neue Erfahrungen zu
bewegt.
… Sängerin werden! Auf dem Podium stehen! Ein Traum? Für
Helge Domp, die 1915 in Münster zur Welt gekommen ist, war es schon mit
fünf, sechs Jahren kein Traum mehr, sondern feste Absicht, der nichts im
Wege zu stehen schien: Sie hatte eine wunderbare Stimme, wuchs in
einem
musikalischen Elternhaus auf, sang schon als Halbwüchsige Soli und
absolvierte 1932 erfolgreich das erste Jahr am Konservatorium. Dann aber
kamen die Nazis an die Macht … Als Leser begleitet man die heute 92-Jährige
auf ihrem Weg: holländisches Exil, drei Jahre dauerndes Versteck. Nach dem
Krieg dann Neuanfang in Enschede, wenige Jahre später schon erfolgreiche
Unternehmerin, Mittelpunkt einer großen Familie, eines weit verzweigten
Freundeskreises.
Ein reiches Leben, trotz allem! Und doch immer die Frage,
wie jenes andere ausgesehen hätte, das einst, neben dem Klavier, im
Wohnzimmer der Eltern, mit ganz anderen Koordinaten begonnen hatte …
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