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Paul Niedermann: Auf Hass läßt sich nicht bauen - Vortrag eines Zeitzeugen
Donnerstag, 4. März 2010 · 19.30 - 21.00 Uhr · vhs, Astoria-Saal · KONSTANZ · Eintritt: 5,00 EUR
Paul Niedermann wurde 1927 in Karlsruhe geboren. Als 13jähriger wurde
er mit seiner Familie nach Gurs deportiert. Aufgrund der katastrophalen Bedingungen
in Gurs wurde ein großer Teil der Internierten im Frühjahr 1941
auf andere Lager verteilt. Zusammen mit seiner Familie kam Paul Niedermann
nach Rivesaltes bei Perpignan und durch glückliche Umstände im Winter
1941/42 in ein Auffangheim bei Montpellier. Er war zu diesem Zeitpunkt
160 cm groß und wog 32 kg. Es begann eine abenteuerliche Flucht; über verschiedene
Verstecke kam er in das Kinderheim von Izieu bei Lyon. Dieses verließ
er kurz bevor der Ort an die Nazis verraten wurde. Somit war er einer der wenigen
Überlebenden dieses Heims, weshalb er später im Barbie-Prozess als Zeuge
vernommen wurde. Über Grenoble und Savoyen gelangte Paul Niedermann
schließlich in die Schweiz, wo er die letzten Kriegsmonate verbrachte. Nach
Kriegsende widmete er sich der Betreuung heimat- und familienlos gewordener
Kinder in Paris, wo er heute auch lebt.
Eine Kooperation der Initiative „Stolpersteine für Konstanz –
Gegen Vergessen und Intoleranz“ und der vhs Konstanz- Singen.
WOCHE DER BRÜDERLICHKEIT
„Das ist Esther“
mit Anna Hertz · Autorin: Christiane Richers · Inszenierung: Felix Strasser
Ausstattung: Birte Novak · Dramaturgie: Nicola Käppeler
Sonntag, 7. März 2010 · 20.30 Uhr · Werkstattbühne des Theaters KONSTANZ · Eintrittskarten unter 07531-90 01 50
Esther Bauer ist 85 Jahre alt, sie ist Jüdin und lebt in New York. Als Zeitzeugin
des Holocausts und Überlebende der Konzentrationslager reist sie durch
Deutschland und erzählt einer neuen Generation ihre persönliche Geschichte.
Nur heute fühlt sich Esther nicht besonders gut. Stattdessen steht ihre 19jährige
Enkeltochter Mary Ann vor der Schulklasse. Wo sie zu Beginn noch etwas unbeholfen
und nervös wirkt, übernimmt sie in Kürze Esthers Rolle: sie berichtet
vom Leben – vom Überleben ihrer Großmutter, mit dem kleinen aber feinen Unterschied,
neben den bloßen Fakten und rekapitulierten Erinnerungen ihre Story
durch eine große Bewunderung für ihre „Granny“ zu bereichern. So sind wir
ganz nah am Geschehen und Esther bleibt uns als ein wunderbar optimistischer
Mensch in Erinnerung.
Prof. Dr. Wolfgang Stegemann: Geht es rückwärts im jüdisch-christlichen Dialog?
Dienstag, 9. März 2010 · 19.30 Uhr · Kulturzentrum am Münster, Wessenbergstr. 39 · KONSTANZ · Eintritt frei
Bisher erreichte Maßstäbe in den Beziehungen zwischen Christen und Juden
scheinen seit einiger Zeit wieder verloren zu gehen. Der Papst hebt die Exkommunikation
eines Holocaust-Leugners auf und rehabilitiert die offen anti-jüdische
Piusbruderschaft, an der kirchlichen Basis und mit Unterstützung theologischer
Experten wird wieder die „Judenmission“ gefordert. Kann eine zunehmend auch
religiös pluraler werdende Gesellschaft sich erlauben, dass die drei großen monotheistischen
Religionen demnächst miteinander um den Wahrheitsanspruch konkurrieren?
Wir brauchen dringend die Rückkehr zu den im christlich-jüdischen
Dialog erreichten Standards des gegenseitigen Respekts, des Dialogs und des
Verzichts auf Überlegenheitsansprüche. Prof. Dr. Wolfgang Stegemann ist seit
1984 Professor für Neues Testament an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau
und Mitherausgeber der Zeitschrift „Kirche und Israel“.
Musikalische Umrahmung mit Ausschnitten aus dem „Stabat Mater“
von Giovanni Baptista Pergolesi (zum 300. Geburtsjahr), Ausführende:
Alexandra Schmid/Solosopran, Eva-Maria Rusche/
Klavier, Mädchenchor des Suso-Gymnasiums unter der Leitung
von Michael Auer.
Anschließend geselliger Ausklang.
Eine gemeinsame Veranstaltung von Gesellschaft für Christlich-
Jüdische Zusammenarbeit e.V. Konstanz, Arbeitskreis Christlich-
Islamische Begegnung, Konstanz, Türkisch-Islamische Gemeinde
DITIB Konstanz, Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodenseeregion,
Jüdische Gemeinde Konstanz und vhs Konstanz-Singen e.V.
Im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit lädt die Jüdische Gemeinde Konstanz
alle interessierten Konstanzer Bürger zu folgender Veranstaltung ein:
Das jüdische Jahr und die Feiertage - Vortrag von Fabian Samuel
Freitag 12. März 2010 · 17.30 - 18.30 Uhr · Jüdische Gemeinde Konstanz, Obere Laube 48 · KONSTANZ · Eintritt frei
G o t t e s d i e n s t
Freitag 12. März 2010 · 19.00 Uhr · Jüdische Gemeinde Konstanz, Obere Laube 48 · KONSTANZ
Anschließend an den Gottesdienst sind Sie herzlich zum Kiddusch eingeladen.
Um telefonische Anmeldung zum Kiddusch wird gebeten: 07531-284 83 83
Besuch in den Gebets- und Gemeinderäumen der Jüdischen Gemeinde Konstanz
mit Ruth Frenk
Dienstag, 23. März 2010 · 19.30 - 21.00 Uhr · Gebets- und Gemeinderäume der Jüdischen Gemeinde Konstanz
Obere Laube 48 · KONSTANZ · Eintritt frei · Anmeldung unter 07531-598 113 ist erforderlich!
Die Jüdische Gemeinde Konstanz ist eine Untergliederung der Israelitischen
Religionsgemeinschaft Baden (IRG). Sie erstreckt sich über die Stadt und den
Landkreis Konstanz sowie über die angrenzenden altbadischen Gebiete, die
nicht unter die Zuständigkeit der Israelitischen Kultusgemeinde Lörrach fallen.
Sie ist eine Einheitsgemeinde gemäß den Richtlinien des Zentralrates der Juden
in Deutschland und bei der Erfüllung ihrer Aufgaben an die Vorschriften des
jüdischen Religionsgesetzes (Halacha) gebunden. Die JGK stellt sich und ihre
Gebets- und Gemeinderäume in der Oberen Laube Konstanz vor.
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